Das Kennedy-Attentat nachgestellt
Ins Schwarze getroffen: Ein online zu spielendes Videospiel, mit dem man das Attentat als Schütze im Schulbuchlager für 10 Dollar selbst nachstellen kann. Sollte man die Leistung des vermeintlichen Attentäters in einer Weise erreichen, die dem offiziellem Untersuchungsergebnis von 1963 entspricht, wartet ein Preisgeld auf den Schützen.
Das Attentat auf Präsident Kennedy wird aus der Perspekive eines Schützen gespielt.Ted Kennedy, einziger noch politisch aktiver Überlebender der damaligen Generation um John F. Kennedy, brachte seine Verachtung über das Simulationsspiel zum Ausdruck, bei dem sein Bruder virtuell getötet werden kann. Die Produzenten der schottischen Firma »Traffic« werten das Spiel als ihren Beitrag, um die Einzeltäterttheorie zu stützen, an die man selbst fest glaubt.
Die Macher des Spiels »JFK Reloaded« verzichteten darauf, die seinerzeit vorhandenen Defekte am Gewehr mit in das Spiel einzubauen und raten ihren Schützen, mit dem Zielfernrohr leicht höher zu halten. Es gab jedoch am 22.11.1963 in der Zieleinrichtung einen Defekt, der dem tatsächlichen Attentäter das Höherhalten erspart und ihm einen »einfachen Schuss« ermöglicht haben soll.
So gesehen, schießt der Spielhersteller am selbst gesteckten Ziel weit vorbei und fügt dem Mord an Präsident Kennedy einen makaberen Beitrag hinzu.
Geeignet ist das Spiel, um sich einen Überblick über die baulichen Gegebenheiten an der Dealey Plaza - von verschiedenen Standpunkten aus - zu verschaffen. Kostengünstiger und in Natura geht das aber auch mit der Live-Cam, die im 6. Stock des Schulbuchlagers in Dallas installiert ist und die im Sekundentakt neue Bilder liefert und über den Schauplatz des Attentates schwenkt.
ma|ka|ber: ... (franz.: totenähnlich; unheimlich; schaudererregend; frivol) ... (lt. Duden)



