CIA sucht Akten zum Kennedy-Mord
Der CIA muss sich der Entscheidung eines Gerichtes beugen, dem Kläger Jefferson Morley bis zum 30. April geheime Unterlagen über George Joannides auszuliefern oder zu erklären, warum diese Akten nicht verfügbar sind.
Morley übergab dem CIA eine Prioritätenliste. An oberster Stelle stehen 17 Monatsberichte über die Organisation DRE, einer kubanischen Exilgruppe, die Joannides 1963 anleitete und finanziell unterstützte. Die zweite Priorität liegt bei den noch immer unter Verschluss gehaltenen 1.100 Dokumenten in den Kennedy-Akten. Lee Harvey Oswald, der vermeintliche Attentäter von John F. Kennedy, hatte zu dieser Zeit mehrfach Kontakt zu der Gruppe DRE. Diese Gruppe verbreite nur Stunden nach dem Mord an Kennedy die These, dass Oswald über Kontakte zum kubanischen Machthaber Fidel Castro verfügte und in dessen Auftrag Kennedy erschossen haben könnte.
Der Inhalt der jetzt zu findenden Akten könnte die Frage klären, ob Oswald durch Angehörige des CIA beobachtet, unterschätzt oder bei seinen Handlungen in Dallas manipuliert worden ist. Das Ausmaß der Einflussnahme des CIA über die Exilgruppe, die eine Verbindung von Castro, Oswald und dem Mord an Kennedy versuchten herzustellen, sollte sich aus den Dokumenten ergeben. Fakt ist aber bereits, dass Castro Recht hatte, als er einen CIA Hintergrund der Gruppe öffentlich behauptete. Die öffentliche Verbreitung der These Kuba steckt hinter den Schüssen in Dallas, wurde finanziell durch den CIA unterstützt.
Joannides wurde nicht durch die bisherigen Untersuchungsausschüsse befragt. Stattdessen fungierte ausgrechnet er, der als Zeuge hätte Aussagen sollen, als Kontaktmann zur Beschaffung von CIA-Akten zwischen dem Geheimdienst und dem in den 70ger Jahren tätigen Sonderausschuss des Repräsentantenhauses. Seine wirkliche Funktion von 1963 wurde erst nach seinem Tod 2001 bekannt. Alle Versuche von Befürwortern der Einzeltäter- wie auch einer Verschwörungstheorie Zugang zu den Joannides-Akten zu erhalten, wurden duch den CIA bisher abgeschmettert. Auch alle diesbezüglichen Fragen verblieben durch den CIA unbeantwortet.
Der 1992 im Zuge der Debatten um den Film von Oliver Stone »JFK-Tatort Dallas« beschlossene JFK Records Act, verfügte die »sofortige« Veröffentlichung aller Akten zum Attentat auf Kennedy.



