Fidel Castro nach Mordbeschuldigungen wieder in der Öffentlichkeit
Kubas Ex-Präsident Fidel Castro ist erstmals seit 2006 wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Der heute 83-jährige besuchte eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung in Havanna. Kurz vor seinen letzten öffentlichen Auftritten vor rund vier Jahren wurde er in einer ARD-Dokumentation als Drahtzieher des Attentats auf Präsident John F. Kennedy beschuldigt.
Fidel Castro hatte 2006 die Amtsgeschäfte als Staatschef an seinen Bruder Raúl abgetreten. Grund dafür war sein schlechter Gesundheitszustand. Seit Juli 2006 war Fidel Castro nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Damals brachen eine Vielzahl von Exilkubanern in Jubelstürme wegen des vermeintlich bevorstehenden Todes des Revolutionsführers von 1962 aus. Zwischenzeitlich empfing Castro Staatsgäste und äußerte sich in seiner Kolumne "Reflexiones de Fidel", in der er insbesondere die amerikanische Politik heftig kritisierte.
In den Augen von Filmautor Wilfried Huismann steckt der kubanische Geheimdienst G-2 hinter den tödlichen Schüssen auf Kennedy in Dallas im Jahr 1963. Das brachte er in seiner ARD-Dokumentation »Rendezvous mit dem Tod - Kennedy und Castro« zum Ausdruck, die Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf im Vorfeld als »profunde Dokumentation« bezeichnete, die einen »völlig neuen zeitgeschichtlichen Blick auf den 22. November 1963 eröffnet«. Bewiesen wurde diese Sicht mit dubiosen Zeugen und seltsamen, verfälschten Dokumenten.
In seinem neuesten Streifen für die ARD, dem Tatort »Schlafende Hunde«, berichtet Huismann von aktiven Stasi-Seilschaften, die in der Bundesrepublik heute befehlsgemäß ihr Unwesen treiben. In Interviews macht er deutlich, dass es sich dabei nicht um eine Fiktion handelt, sondern um die Realität. Die Junge Welt meinte dazu:
Wilfried Huismann: Ihn verfolgen kubanische oder Stasi-Killerkommandos. Huismann gelang es eine Weile, seine Halluzinationen als Dokumentarfilme den ARD-Anstalten zu verkaufen. ... 2006 schilderte Huismann in »Rendezvous mit dem Tod«, wie Fidel Castro John F. Kennedy hatte umlegen lassen. Diese Bebilderung einer fixen Idee war dem WDR Hunderttausende Euro wert, ein Argument für einen zweiten Versuch. Aber auch in »Schnappschuß mit Che« konnte Huismann 2007 die karibischen Auftragsmörder nicht dingfest machen. ... Die Vollstreckung eines Mielke-Befehls von 1987 (den nur Huismann kennt), nach dem DDR-Ende mit 20 Milliarden DM die Weltherrschaft in Bremen zu ergreifen und von dort Raketen nach Südamerika zu schicken, übernahm der Filmemacher am Sonntag im Tatort »Schlafende Hunde«.
Bleibt zu hoffen, dass der neuerliche Auftritt von Fidel Castro in der Öffentlichkeit nicht wieder die Fantasie von Wilfried Huismann beflügelt. Denn ein paar Jahre vor der Präsentation des kubanischen Killerkommandos im Jahre 2006 hatte er in seinem Dokumentarfilm »Lieber Fidel« schon die CIA als Verantwortlichen für den Mord an John F. Kennedy ausfindig gemacht.




