Kennedy und die Mafia
Der Plan wurde von Mafia-Bossen ausgearbeitet. Das Ziel war die Ermordung von Präsident John F. Kennedy. Das Motiv: Die Mafia-Bosse hatten durch den Kampf der US-Regierung gegen das organisierte Verbrechen erhebliche finanzielle Einbußen erlitten. In die Tat umgesetzt wurde der Mordplan am 22.November 1963 in Dallas, nachdem bereits zwei zuvor geplante Attentatsversuche gescheitert waren.
So zumindest behauptet es der Buchautor Lamar Waldron. Seine Thesen wurden filmisch für eine Dokumentation umgesetzt. Die Dokumentation »Kennedy und die Mafia« basiert auf seinen beiden Büchern »Legacy of Secrecy: The Long Shadow of the JFK Assassination« und »Ultimate Sacrifice". Die Mafia, so behauptet Waldron, konnte sich Kennedy entledigen, weil ihr die Pläne der US-Regierung über einen geplanten Putsch auf Kuba bekannt waren. So wurde sichergestellt, dass die Weltöffentlichkeit nicht im Nachhinein von dem Mafia-Mord erfahren würde. Denn dann wären die Umsturzpläne auf Kuba bekannt geworden und hätten in der Endkonsequenz zum Ausbruch des 3.Weltkrieges geführt.
Diese Dokumentation geht über die schwachen deutschen Leistungen von Wilfried Huismann und Jörg Müllner/Jean-Christoph Caron hinaus. Aber ob die von Waldron aufgestellten Thesen zutreffend sind, kann der Zuschauer an Hand der dargestellten Fakten für sich entscheiden.
Die Verbindung der Mafia zum Kennedy-Attentat fördert zumindest die immer gleichen Probleme bei deren Beweisführung hervor:
Die konkreten nachvollziehbaren Beweise für das Attentat selbst sind nicht nur dürftig, sondern fehlen wie schon bei Müllner und Caron vollständig.
Dazu gehört deren abwegige Vorstellung, der Attentäter wurde durch die Mafia mit einem defekten, veralteten Gewehr für knapp 13 Dollar ausgerüstet, um die Nummer 1 der Vereinigten Staaten zu ermorden.
Nur die Motivlage der Mafia ist in Grenzen nachvollziehbar. Ein Motiv aber, den Präsidenten der USA zu ermorden, hatten verschiedene Interessengruppen. Die Mafia war nur eine von ihnen.



